Wein und Flaschen, Land und Leute
das Gestern und das Heute
„Früher wurden die Flaschen auf Lagen von Stroh gebettet und dadurch gegen Erschütterungen beim Transport geschützt, darauf folgend wurden die Flaschen mit Draht gebündelt und später in Papiertüten verpackt“, weiß man bei dem Unternehmen Wagenbach noch aus eigener Erfahrung. Der Betrieb in Nierstein allerdings stellt die Jetztzeit des Flaschengroßhandels dar: große, lichte und moderne Lagerhallen, verschiedene Flaschentypen, in Gebinden palletiert zu ca. 1.200 Stück; Paletten, die fein säuberlich gestapelt und sicher in Schrumpffolie gepackt sind.
Seit 1957 handelt das Unternehmen mit Hohlglas und wird in den sechziger Jahren der Lieferant von Wein- und Sektflaschen für die Winzer in Rheinhessen. Damals schon von Nierstein aus, gehen die Flaschen zu den Winzern, wie auch zu den Weingütern oder den Abfüllbetrieben. 1965 erfolgt der Umzug in das größere Lager in Oppenheim. Seit 1977 bis heute ist Nierstein wieder der Sitz des Unternehmens Wagenbach.
In der Anfangszeit musste jede Flasche einzeln in die Hand genommen werden – bei der Anlieferung genauso wie beim Ausliefern. Ein Arbeitsaufwand, den man sich aktuell gar nicht mehr vorstellen kann. Heute nehmen Stapler die Paletten mit Flaschen auf und setzen sie auf der Ladefläche der Wagenbach-LKWs als spiele man TETRIS.
Flaschengroßhandel hat sich gewandelt, wie sich auch der Weinbau gewandelt hat. Das Unternehmen Wagenbach beschäftigt heute 10 Personen in Lager und Logistik und weitere 10 in Verwaltung und Verkauf. Auf ca. 4.000 m2 Lagerfläche können 5 Millionen Flaschen vorgehalten werden.
Den Boden verstehen, bevor man ihn bereitet – mit Achtung, Interesse und viel Arbeit
Die eigene harte Arbeit und das bestehende Verständnis für den Weinbau bringt dem Unternehmen Wagenbach das langjährige Vertrauen der Winzer ein. Es wird schnell klar, dass da einer nicht nur preiswürdig Flaschen bereithält und anliefert, sondern sich wirklich für den Weinbau interessiert. Dazu gehört für die Familie Wagenbach die Faszination für das Fleckchen Erde, auf dem seit Beginn unserer Zeitrechnung Wein angebaut wird – das Rheinknie bei Nierstein und Oppenheim mit seinen geschichtsträchtigen Lagen und großen Weinen.
Die Hänge zum Rhein hin sind noch viel steiler als sie von der Straße aus wirken. In diesen Steillagen Weinbau zu betreiben, ist erst seit ein paar Jahren keine reine Handarbeit mehr. Aber es lohnt sich. Denn aus dieser Erde zieht der Wein seine Kraft und außerordentliche Qualität. Nicht nur der Wein, sondern auch die Menschen hier.
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